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Karte von Uganda und Tansania mit eingezeichnetem Pipelineverlauf. Bildinschrift:EACOP - Öl Pipeline: Afrikanisches Öl als neue Alternative für den Weltmarkt?
von Anna Mehlhorn (aus der Habari-Redaktion)

Die East African Crude Oil Pipeline (EACOP), auch bekannt als Uganda-Tanzania Crude Oil Pipeline (UTCOP) soll Rohöl über 1440 km von Uganda zum Hafen von Tanga in Tansania transportieren. Dahinter steht die Erschließung der beiden Rohölfelder Tilenga und Kingfisher am Albertsee in Uganda.

Bereits in der Vergangenheit sorgte das umstrittene Projekt für Schlagzeilen. Denn um die 220 000 Barrel zähflüssiges Öl pro Tag aus der Erde zu pumpen, muss eine beheizte Pipeline durch Wohngebiete und Nationalparks in Uganda und Tansania gebaut werden. Informationen lokaler und internationaler NGO’s zufolge, sollen zwischen 60000 und 117000 Menschen von dem Megaprojekt betroffen sein. Umsiedlungen, Bohrungen und neue Asphaltstraßen in Nationalparks werden bereits bestehende Landverteilungskonflikte weiter anheizen. Auch daher verzögert sich der Baubeginn der Pipeline, der bereits für August 20216 geplant war, immer weiter.

Vorangetrieben wird der Bau der Pipeline vom französischen Konzern TotalEnergies und der chinesichen National Offshore Oil Corporation (CNOOC) sowie von den tansanischen und ugandischen Ölgesellschaften. Diese gaben Anfang Februar 2022 die finale Investitionsentscheidung bekannt. Seitdem erteilte eine Reihe von Kreditgebern dem Projekt allerdings eine Absage. Im Mai diesen Jahres ließ die Deutsche Bank verkünden, sich nicht am Bau der Pipeline zu beteiligen, aufgrund der erheblichen Umweltgefahren und den Auswirkungen auf den Klimawandel. Vier weitere internationale Banken schlossen sich dieser Absage an. Noch in der selben Woche ließ der Geschäftsführer der EACOP jedoch verkünden, dass weitere potentielle Kreditgeber am Verhandlungstisch säßen.

Es ist zu vermuten, dass der französische Konzern Total aufgrund des Ukrainekriegs, die Erschließung der Ölfelder um den ugandischen Albertsee noch stärken forcieren wird. Denn obwohl die dortigen Ölvorkommen im Gegensatz zu den russischen Fördermengen verschwindend gering sind,  könnte die weltweit längste beheizte Pipeline ein strategisch wichtiger Baustein für die Erschließung vieler weiterer afrikanischer Öl- und Gasvorkommen sein. Ein Szenario, das der fortschreitenden Klimakrise enormen Vorschub leisten würde und die Abwendung von fossilen Energien in weite Ferne rücken lässt. So wies beispielsweise die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate erst kürzlich bei einer Audienz beim Papst auf die katastrophalen Folgen der Pipeline für Umwelt und Klima hin. Gemeinsam mit Klimaaktivist*innen weltweit unterstützt sie die Kampagne #StopEACOP.

 

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